MANIFEST
Es gibt eine Szene, die sich jeden Tag wiederholt. Menschen rennen. Sie rennen, um nicht zu spät zu kommen. Sie rennen zum Yogaunterricht. Sie rennen, um „abzuschalten“.Sie betreten den Raum mit einem Körper noch im Alarmzustand, das Handy in der Hand, den Kopf bei dem, was noch ungelöst ist. Sie setzen sich. Sie atmen. Sie versuchen es. Doch innen… hat sich nichts abgeschaltet. Der Körper ist da. Der Geist auch. Aber etwas Wesentliches blieb draußen. Wir leben in einem ständigen Getriebensein. Selbst wenn wir anhalten wollen, rennen wir innerlich weiter. Sogar Stille ist zur Aufgabe geworden. Sogar Selbstfürsorge zu einem weiteren Termin im Kalender. Und mitten in all dem ist etwas Merkwürdiges passiert. Plötzlich tauchten überall Lehrer auf. Wie Pilze nach dem Regen. Schnellkurse. Gut einstudierte Reden. Schöne Worte. Räucherstäbchen. Musik-Playlists. Alles am richtigen Platz. Aber immer weniger Essenz.
Yoga, Meditation, der Respekt vor der Natur, vor dem Anderen, vor der Zeit — all das begann, wie ein Produkt behandelt zu werden. Etwas, das man verkauft. Etwas, das man wiederholt. Etwas, das man skaliert. Es wurde zum Geschäft. Und wenn etwas nur noch Geschäft wird, verliert es seine Seele.
Das Ironischste daran ist, dass die Menschen trotz all der Gespräche über Wohlbefinden weiterhin verloren sind. Leer. Mit dem Gefühl, dass etwas fehlt — ohne genau zu wissen, was.
Es ist kein Mangel an Dingen. Es ist ein Mangel an Sinn.
Wie es diesen modernen inneren Leerraum so treffend beschreibt: Je mehr wir versuchen, uns im Außen zu füllen, desto deutlicher wird das, was im Inneren fehlt. Vielleicht liegt das Problem nicht im Mangel an Praxis. Vielleicht liegt es im Mangel an Verwurzelung.
Ein Mangel an echter Verbindung zur Erde. Zum Planeten. Zu einem Rhythmus, der sich nicht beschleunigen lässt. Wir haben dieses Projekt nicht begonnen, weil wir in den Yogamarkt eintreten wollten. Und auch nicht, weil wir ein weiteres „bewusstes“ Produkt schaffen wollten. Wir haben begonnen, weil wir gespürt haben, dass etwas Tiefgründiges banalisiert wurde. Und wenn etwas Tiefes banal wird, hört es auf zu transformieren. Wir glauben, dass der Mensch wieder Wurzeln schlagen muss. Nicht als schöne Metapher. Sondern als körperliche, sinnliche, reale Erfahrung. Die Verbindung zur Erde entfernt uns nicht vom Himmlischen. Im Gegenteil. Sie ist es, die uns nach innen zurückführt — zum Wesentlichen, zu dem, was wirklich zählt.
Plastik tut das nicht. Künstlichkeit tut das nicht.
Hektik tut das nicht. Wir wollen nicht zu allen sprechen. Das wollten wir nie. Die Tür steht offen, ja. Aber eintreten dürfen nur jene, die das Gleiche suchen wie wir:
– mehr Wahrheit, weniger Lärm;
– mehr Tiefe, weniger Performance;
– mehr Respekt, weniger Banalisierung.
Wir glauben nicht an Massen. Wir glauben an Verbundenheit.
Deshalb werden wir sehr bald etwas Neues beginnen. Es ist kein Produkt. Es ist kein Kurs. Es ist kein gewöhnlicher Ort. Es ist ein Kreis. Eine GEMEINSCHAFT. Ein Ort der Begegnung für jene, die spüren, dass es Zeit ist, aufzuhören zu rennen — nach außen und nach innen. Es wird nicht für alle sein. Das war es nie. Es wird auf Einladung sein. Oder durch eine bewusste Anfrage von denen, die fühlen, dass sie dazugehören. Die Anzahl wird begrenzt sein. Nicht aus Strategie. Sondern aus Respekt. Denn das, was tief ist, wird nicht herausgeschrien. Das, was wahr ist, wird nicht beschleunigt. Und das, was wirklich transformiert… wird nicht massenhaft verbreitet. Wenn du beim Lesen etwas gespürt hast, weißt du vielleicht bereits Bescheid. Manche Dinge müssen nicht erklärt werden. Sie wollen verstanden werden.